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Ve O Hiçbir Şey Demedi Heinrich Böll

Ve O Hiçbir Şey Demedi

Heinrich Böll

Published
ISBN : 9789755106779
Paperback
167 pages
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 About the Book 

Das Ehepaar Fred und Käte Bogner lebt seit zwei Monaten räumlich getrennt, da Fred alkoholkrank ist und seine Aggressionen, die aufgrund der Enge der Wohnung und des Lärms entstehen, nicht kontrollieren kann. Von der bigotten Zimmervermieterin, dieMoreDas Ehepaar Fred und Käte Bogner lebt seit zwei Monaten räumlich getrennt, da Fred alkoholkrank ist und seine Aggressionen, die aufgrund der Enge der Wohnung und des Lärms entstehen, nicht kontrollieren kann. Von der bigotten Zimmervermieterin, die über exzellente Beziehungen zum lokalen Klerus verfügt, erhält das Paar wenig Unterstützung, vielmehr kristallisiert sich in ihr eine Art Gegenspielerin heraus. Auch die katholische Amtskirche stellt die Einhaltung von Geboten und den Empfang von Sakramenten über das leibliche und seelische Wohl der Menschen, für deren Nöte sie kein Sensorium besitzt. Eine Ausnahme bildet ein einfacher Priester (mit einem Bauerngesicht), der, indem er sich um Anteilnahme bemüht und Nächstenliebe praktiziert, eine Art Gegenkirche begründet. Treffpunkt der Mitglieder dieser Gegenkirche ist eine Imbissstube, in der neben dem Bauernpriester auch Käte und Fred Bogner verkehren (Bölls Arbeitstitel für das Romanprojekt lautete: Die Imbißstube).Die Erzählhandlung beginnt am Samstag, dem 30. September (dem Datum nach also vermutlich 1950), und endet zwei Tage später, gegen Mittag des 2. Oktober. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Vorbereitung und Durchführen eines Treffens der Ehepartner, das schließlich in die Entscheidung der erneut schwangeren Käte mündet, die Beziehung zu beenden. Eine Wende bringt jedoch eine Begegnung auf der Straße, die Fred die Augen öffnet (Böll verwendet das biblische Wort „erkennen“) und ihn in die gemeinsame Wohnung – und in die Ehe – zurückkehren lässt. Dies wird am Schluss des Romans – durch Freds programmatisches nach Hause – nur angedeutet. Ursprünglich hatte Böll ein zusätzliches vierzehntes Kapitel entworfen, das die tatsächliche Heimkehr Freds darstellt. Der Klappentext der Ausgabe von 1953 formuliert zum Romanschluss: Es werden keine Vorsätze gefaßt und es wird kein fröhlicher neuer Anfang gefeiert. Etwas anderes geschieht: die Unterwerfung unter ein höheres Gesetz als dem des persönlichen Wohlergehens.Das Buch ist als doppelter Ich-Roman konzipiert- in den dreizehn Kapiteln werden – alternierend aus der Sicht des Mannes und der Frau – die Probleme einer Ehe in schwierigen Zeiten (Wohnungsnot) reflektiert. Die Kritik an Amtskirche und bürgerlichem Katholizismus (Frau Franke) manifestiert sich auch in satirischen Passagen, von denen die Schilderung einer Prozession (zu Ehren des Heiligen Hieronymus) aus der Sicht Freds einen Höhepunkt darstellt. Zielpunkte der satirischen Kritik sind in dieser Szene die hierarchische Struktur der katholischen Kirche und deren Repräsentationsgehabe. Eine satirisch entlarvende Intention verfolgt der Autor auch, wenn er die katholische Prozession mit dem Umzug des Drogistenverbandes parallelisiert. In der Zeichnung des die Prozession anführenden Bischofs (u.a. dessen philologischen Liebhabereien) haben zeitgenössische Interpreten eine Hindeutung auf den Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings erkennen wollen. Im militärischen Habitus des Bischofs liegt vermutlich eine Anspielung auf den Umstand, dass die katholische Amtskirche und insbesondere auch Kardinal Frings als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz die Remilitarisierungspolitik der Regierung Adenauer ideologisch unterstützten.